Website-Hilfe

Website nach PHP-Update kaputt: Erste Hilfe in fünf Schritten

22. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit · Ian Becker

Du hast die PHP-Version umgestellt, wie es der Hoster verlangt hat, und jetzt zeigt deine Website eine weiße Seite oder nur einen Satz über einen kritischen Fehler. Das ist ärgerlich, aber meistens lösbar, und deine Inhalte sind nicht weg. Fast immer streikt ein einzelnes Theme oder Plugin, das mit der neuen Version nicht zurechtkommt.

Was gerade passiert ist

Neue PHP-Versionen entfernen alte Funktionen. Ein Theme oder Plugin, das seit Jahren kein Update bekommen hat, ruft genau so eine Funktion auf, und PHP bricht ab. WordPress fängt das ab und zeigt statt der Seite eine Fehlermeldung, sehr alte Installationen zeigen einfach eine weiße Seite.

Die fünf Schritte unten gehen von WordPress aus, weil die meisten betroffenen Seiten damit laufen. Bei anderen Systemen ist die Reihenfolge dieselbe.

Schritt 1: Zurückstellen, wenn es geht

Der schnellste Weg zu einer funktionierenden Seite ist die alte PHP-Version. Stell sie im Kundenkonto deines Hosters wieder ein, dann hast du Zeit für die Fehlersuche. Prüf vorher, was das kostet: Alte Versionen gibt es oft nur noch mit kostenpflichtigem Extended Support, und bei STRATO ist der Weg zurück nach dem Abmelden aus dem Kunden-Login nur eingeschränkt möglich. Die Details stehen im Beitrag zum PHP Extended Support bei IONOS und STRATO.

Schritt 2: Die Mail von WordPress suchen

Bei einem kritischen Fehler schickt WordPress eine Mail an die Admin-Adresse der Website. Der Betreff lautet etwa: Deine Website hat ein technisches Problem. In der Mail steht, welches Plugin oder Theme den Fehler ausgelöst hat, dazu ein Link zum Wiederherstellungsmodus.

Über diesen Link kommst du trotz Fehler ins Dashboard und kannst die betroffene Erweiterung deaktivieren. Schau auch im Spam-Ordner nach. Manchmal ist als Admin-Adresse noch die des früheren Dienstleisters hinterlegt.

Schritt 3: Den Auslöser eingrenzen

Kam keine Mail, gehst du per Ausschlussverfahren vor. Öffne den Dateimanager deines Hosters oder ein FTP-Programm und benenne im Ordner wp-content den Ordner plugins um, zum Beispiel in plugins-aus. Damit sind alle Erweiterungen auf einmal abgeschaltet.

Lädt die Seite danach, liegt es an einem Plugin. Benenne den Ordner zurück und schalte die Plugins im Dashboard einzeln wieder ein, bis der Fehler zurückkommt. Lädt sie nicht, ist oft das Theme der Auslöser. Dann hilft ein testweiser Wechsel auf ein Standard-Theme von WordPress.

Schritt 4: Aktualisieren oder ersetzen

Gibt es für den Auslöser ein Update, spiel es ein. Hat ein Plugin seit zwei Jahren kein Update bekommen, kommt meist auch keins mehr. Dann brauchst du einen Ersatz, der dasselbe kann. Bei gekauften Themes steckt das Update oft hinter einer abgelaufenen Lizenz, die du verlängern musst.

Schritt 5: Sichern, umstellen, prüfen

Bevor du die neue PHP-Version ein zweites Mal einstellst, leg eine Sicherung an. Danach prüfst du nicht nur die Startseite, sondern auch Unterseiten, das Kontaktformular mit einer Testnachricht und die Ansicht auf dem Handy. Ein Formular, das keine Nachrichten mehr verschickt, fällt sonst erst Wochen später auf.

Wann sich das Flicken nicht mehr lohnt

  • Das Theme ist ein gekauftes Paket von vor Jahren, und der Hersteller liefert keine Updates mehr.
  • Mehrere Plugins sind betroffen, und für eines davon gibt es keinen Ersatz.
  • Du kommst nicht ins Backend, und niemand hat die Zugangsdaten.
  • Die Seite war schon vor dem Update auf dem Handy schlecht zu bedienen.

Trifft das zu, reparierst du ein System, das beim nächsten Stichtag wieder Ärger macht. Ein Neuaufbau ist dann oft die günstigere Rechnung, wie der Beitrag zu den Kosten eines Website-Relaunchs vorrechnet. Im Website-Abo von webwev kostet die neue Seite €50 pro Monat zzgl. MwSt. bei 12 Monaten Laufzeit oder €70 pro Monat zzgl. MwSt. monatlich kündbar, und die Updates übernehmen wir.

Häufige Fragen

Sind meine Inhalte nach dem Fehler weg?
In aller Regel nicht. Texte und Bilder liegen in der Datenbank und in den Dateien auf dem Server und bleiben dort. Der Fehler verhindert nur, dass die Seite angezeigt wird.
Warum kam keine Mail von WordPress?
Oft ist die hinterlegte Admin-Adresse veraltet, oder die Mail landet im Spam. WordPress schickt sie außerdem nicht bei jedem Seitenaufruf erneut.
Kann ich einfach bei der alten PHP-Version bleiben?
Eine Zeit lang, oft gegen Aufpreis. Die Ursache bleibt aber, und spätestens beim nächsten Stichtag steht derselbe Fehler wieder an.
Was mache ich, wenn meine Seite nicht mit WordPress läuft?
Bei Joomla, TYPO3 oder Contao ist der Weg ähnlich: zurückstellen, Auslöser eingrenzen, aktualisieren. Bei selbst programmierten Seiten brauchst du meist den Entwickler von damals.

Ian Becker

Inhaber von webwev. Baut und betreut Websites für lokale Betriebe und prüft jeden Artikel, bevor er erscheint.