Website-Relaunch Checkliste für Betriebe mit sieben statt siebzig Seiten
19. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit · Ian Becker
Wer eine Website-Relaunch Checkliste sucht, findet Listen mit Dutzenden Punkten, Workshops zur Zielgruppe und Kennzahlen, die vor dem Start definiert werden sollen. Für eine Seite mit sieben Unterseiten ist das die falsche Größe. Diese Liste ist auf einen Betrieb zugeschnitten, der Start, drei Leistungen, Über uns, Kontakt und die beiden Pflichtseiten hat und in dem eine Person alles entscheidet.
Warum die großen Listen nicht zu sieben Seiten passen
Die ausführlichen Anleitungen im Netz sind für Marketingabteilungen geschrieben. Dort stehen Stakeholder-Runden, Anbindungen an Warenwirtschaft und Kundenverwaltung, Projektlaufzeiten von sechs bis zwölf Monaten. Ein Fahrradladen, eine Physiotherapie oder ein Malerbetrieb hat keinen dieser Punkte, sondern wenig Zeit, teilweise noch brauchbare Inhalte und genau einen Menschen, der freigibt.
Was der Relaunch kostet und wann ein Neuaufbau günstiger ist, steht in der Kostenübersicht zum Relaunch. Die technische Seite eines Anbieterwechsels, also Kündigung, Auth-Code und Postfächer, steht im Beitrag zum Umzug auf einen neuen Anbieter.
Teil 1: Die Inventur deiner Inhalte
Bevor jemand anfängt, brauchst du keinen Projektplan, sondern eine Stunde mit der alten Seite.
- 01Schreib jede Unterseite auf und daneben einen Satz, wofür sie da ist. Findest du den Satz nicht, hast du den ersten Kandidaten zum Streichen.
- 02Markier die Seite, über die Kunden dich am häufigsten erreichen. Die bekommt beim Neuaufbau die meiste Aufmerksamkeit.
- 03Geh deine Fotos durch und sortier aus, was nicht mehr stimmt: altes Fahrzeug, früheres Team, Räume vor dem Umbau.
- 04Notier jede Angabe, die veraltet ist. Preise, Leistungen, Öffnungszeiten und Namen sind die vier Stellen, an denen es fast immer hakt.
- 05Halt fest, was du nie wieder selbst eintragen willst. Das entscheidet später, wer die Seite pflegt.
Mit diesem Blatt Papier kann jeder Anbieter sofort arbeiten. Ohne das Blatt beginnt der Relaunch mit Rückfragen, die über Wochen laufen.
Teil 2: Drei Entscheidungen, die niemand für dich trifft
- 01Welche Seiten verschwinden. Eine Unterseite, die niemand besucht und nach der niemand fragt, trägt auch neu gebaut nichts. Weniger Seiten heißen weniger Pflege und schnellere Freigabe.
- 02Wer die neuen Texte schreibt. Entweder du schreibst sie, oder sie entstehen aus einem Telefongespräch über deine Arbeit. Beides funktioniert. Was nicht funktioniert, ist die Absicht, es irgendwann abends selbst zu machen. Wenn Texte, Pflege und spätere Änderungen beim Anbieter liegen sollen, zeigt die Übersicht zum Website-Abo, was im Monatspreis steckt.
- 03Welcher Termin gilt. Ein fester Termin ist nur dann einer, wenn die Fotos vorher da sind. Wie sich ein realistischer Zeitplan rückwärts aufbaut, steht in der Dauer einer Website-Erstellung.
Teil 3: Die Website-Relaunch Checkliste für die Freigabe
Diesen Teil macht niemand für dich, und er dauert bei sieben Seiten etwa zwei Stunden. Geh die neue Seite vor dem Umschalten so durch:
- Lies jede Seite einmal laut. Sätze, über die du stolperst, stolpern auch deine Kunden.
- Prüf jede Zahl gegen das, was du heute tatsächlich berechnest.
- Prüf jeden Namen. Ausgeschiedene Mitarbeiter stehen erstaunlich lange auf Websites.
- Öffne die Seite auf deinem eigenen Handy und klick dich durch wie ein Kunde, der dich noch nicht kennt.
- Lies Impressum und Datenschutzerklärung mit Blick auf Rechtsform, Anschrift und Berufsangaben.
- Prüf, ob Öffnungszeiten und Leistungen zu deinem Google-Unternehmensprofil passen. Zwei verschiedene Angaben sind schlimmer als eine fehlende.
Was du aus der langen Liste streichen kannst
- Wettbewerbsanalyse. Bei fünf Betrieben im Umkreis siehst du dir deren Seiten in zwanzig Minuten selbst an.
- Kennzahlen-Konzept. Für sieben Seiten reicht die Frage, wie viele Anrufe und Formularnachrichten im Monat kommen.
- Stakeholder-Workshop. Du bist der Stakeholder.
- Content-Audit als Tabelle. Bei sieben Seiten ist es das Blatt Papier aus Teil 1.
- Launch in Etappen. Sieben Seiten gehen an einem Abend live.
Bei einem großen Projekt kosten diese fünf Punkte Wochen. Bei sieben Seiten kosten sie einen Nachmittag.
Womit du anfängst
Die kürzeste brauchbare Website-Relaunch Checkliste besteht aus drei Blöcken: eine Stunde Inventur, drei Entscheidungen, zwei Stunden Freigabe. Alles andere im Relaunch macht der Anbieter. Fang mit der Inventur an, denn sie beantwortet nebenbei die Frage, ob du überhaupt einen Relaunch brauchst oder nur zwei aktualisierte Seiten.
Häufige Fragen
- Was gehört alles zu einem Website-Relaunch?
- Neuer Aufbau, neues Design, überarbeitete Texte und die Weiterleitungen der alten Adressen. Bleibt nur die Optik anders und der Inhalt gleich, ist es eine Überarbeitung und kein Relaunch.
- Brauche ich für den Relaunch komplett neue Texte?
- Nein. Texte, die deine Leistung richtig beschreiben, werden übernommen. Neu geschrieben wird dort, wo Angaben veraltet sind oder wo eine Seite bisher nichts erklärt.
- Was mache ich mit Unterseiten, die kaum besucht werden?
- Prüf zuerst, ob sie eine Frage beantworten, die im Erstgespräch oft kommt. Wenn ja, gehört der Inhalt auf eine andere Seite. Wenn nein, streich die Seite und leite ihre Adresse auf die passende neue weiter.
- Wer erstellt die Liste der Weiterleitungen?
- Der Anbieter, der die neue Seite baut. Du lieferst dafür die Adressen deiner alten Unterseiten, am einfachsten als Liste aus dem Menü der alten Website.
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